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Tod einer Menschenrechtlerin



Flieder (Mai 2009), der Monika Gerstendörfer besonders gut gefiel. Auf diese Aufnahme reagierte sie begeistert. (Foto: USuppes)



Abschied von Dipl. Psych. Monika Gerstendörfer



Monika Gerstendörfer - einer ihrer letzten Auftritte am 7.11.2009 (Foto:USuppes)




In der Nacht zum 19. Februar erreichte mich ein Anruf, der mir die erschütternde Nachricht vom Tod der Autorin, Dipl. Psychologin und Menschenrechtlerin Monika Gerstendörfer, überbrachte.

In den letzten Jahren hatte ich gelegentlich Buchrezensionen zu mir wichtig erscheinenden Büchern wie "Der verlorene Kampf um die Worte" von Monika Gerstendörfer rezensiert und auch Interviews wie "Bitte nicht so deutlich!" mit ihr veröffentlicht.

Während meiner Angestelltenzeit bei ver.di (2000-2003) beriet sie mich gegen Mobbing.

2005 wurde sie mit den "1000 Women for Peace" für den Friedensnobelpreis nominiert.

Meine letzte persönliche Begegnung mit ihr fand am 7. November 2009 in Hachenburg statt, als ich für das Nachrichtenportal Rhein-Wied-News die Landestagung des Weissen Rings im Kloster Schönstatt in Hachenburg besuchte, in deren Rahmen Monika Gerstendörfer als Fachreferentin einen Vortrag hielt und abends als Krimiautorin las.

Es ging ihr nicht gut. Ich überlegte, ob es sich um psychosomatische Beschwerden handelte, die sich körperlich auswirkten oder eine organische Erkrankung, die sie psychisch in Mitleidenschaft zog.

Danach gab es noch einen Mailwechsel unter anderem um die eventuelle Rezension ihres neuen Buches.

Monika Gerstendörfer war für mich Expertin und Fachfrau, eine engagierte und hochqualifizierte Menschenrechtlerin, vor allen Dingen aber auch Mitfrau und Mitkämpferin gegen verkrustete Strukturen..

Die Privatperson blieb mir fremd.

Ich hatte den Eindruck, dass sie ihr Leben so gestaltete, wie sie es wollte und sie für andere Menschen eine hohe Lebensleistung erbringt. Sie fragte mich oft um Rat, bat um Kommentare und Statements. So ergab sich eine intensive Zusammenarbeit.

Ihr Tod kam für mich völlig unerwartet. Ich ging davon aus, dass unsere Zusammenarbeit in 2010 fortgesetzt würde.

Sie hat mir viel nahegebracht und mir wichtige sprachliche Zusammenhänge vermittelt, wofür ich ihr dankbar bin. Sie hat meine Wahrnehmung für die Sprache geschärft, was mir auch als Journalistin sehr hilfreich ist. Durch sie habe ich erfahren dürfen, dass und wie Sprache Wirklichkeit schafft.

Was sie mir bedeutet hat und was ich mit ihr verloren habe, wird sich immer wieder in Erinnerung bringen.

Ulrike Suppes
Journalistin


Zu Monika Gerstendörfer:


Der verlorene Kampf um die Wörter


Bitte nicht so deutlich!

Ulrike Suppes 22.02.2010, 21.59

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